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Deformationsmessung bei Abwasserleitungen und -kanälen

biegeweicher Rohre

Zunächst stellt sich die Frage: Was genau sind biegeweiche Rohre?

Eine Ant­wort und Defi­ni­ti­on fin­det sich in der DWA-Richt­li­nie für die sta­ti­sche Berech­nung von Abwas­ser­ka­nä­len und -lei­tun­gen (Arbeits­blatt ATV-A 127): „Bie­ge­weich sind Roh­re, deren Ver­for­mung die Bela­stung und Druck­ver­tei­lung wesent­lich beein­flusst, da der Boden Bestand­teil des Trag­sy­stems ist.”

Deformationsmessung biegeweicher Rohre
KG DN 300 mm – 10 % Ver­for­mung – 3 cm

Wer­den norm­ge­mä­ße Ein­bau­ver­hält­nis­se und Rohr­stei­fig­kei­ten berück­sich­tigt, kön­nen bie­ge­wei­che Roh­re allein anhand der Rohr­werk­stof­fe klas­si­fi­ziert wer­den: GFK, PVC-U, PE-HD, PP. Im Gegen­satz dazu zäh­len Roh­re aus Beton/Stahlbeton, Stein­zeug oder Poly­mer­be­ton zu den bie­ge­stei­fen Roh­ren.

Bie­ge­wei­che Roh­re ver­for­men sich unter Bela­stung und es kann bei Über­schrei­tung der Höchst­last zu unzu­läs­sig gro­ßen Ver­for­mun­gen und Ver­sa­gen kom­men. Zum Bei­spiel, weil die Dich­tig­keit an den Rohr­über­gän­gen nicht mehr gewähr­lei­stet ist. Fak­to­ren der Ver­for­mung eines bie­ge­wei­chen Roh­res kön­nen sein:

  • - Vor­ver­for­mung durch Lage­rung, Son­nen­ein­strah­lung, Eigen­ge­wicht…
  • - „Krie­ch­ef­fek­te” des Werk­stof­fes
  • - Erd- und Ver­kehrs­auf­la­sten
  • - Ver­dich­tungs­pro­zess wäh­rend des Ein­baus

Vor dem fach­ge­rech­ten Ein­bau bie­ge­wei­cher Roh­re muss eine sta­ti­sche Berech­nung der Abwas­ser­ka­nä­le und -lei­tun­gen nach DWA-A 127 erfol­gen. Hier ist der maxi­mal zuläs­si­ge Lang­zeit­wert für die ver­ti­ka­le Durch­mes­se­rän­de­rung mit δv = 6% zu berück­sich­ti­gen.

Im Anschluss an den Ein­bau bie­ge­wei­cher Roh­re ist ent­spre­chend der DIN EN 1610:2015 bzw. DWA-A 139 (Ein­bau- und Pru­üfung von Abwas­ser­lei­tun­gen und -kanä­len) eine Ver­for­mungs­mes­sung durch­zu­füh­ren. Mit der Mes­sung wird die Über­ein­stim­mung mit der sta­ti­schen Berech­nung geprüft.

Die Ergeb­nis­se müs­sen pro­to­kol­liert wer­den und dür­fen die in der Sta­tik aus­ge­wie­se­nen Wer­te der Kurz- sowie Lang­zeit­ver­for­mung nicht über­schrei­ten. Maß­ge­bend bei der Beur­tei­lung der Ergeb­nis­se der Ver­for­mungs­mes­sun­gen für die Kurz­zeit- und Lang­zeit­wer­te sind nicht die in der DWA-A 127 auf­ge­führ­ten Maxi­mal-Wer­te, son­dern die in der sta­ti­schen Berech­nung ermit­tel­ten und fest­ge­schrie­be­nen Ver­for­mungs­wer­te.

Die Ergeb­nis­se der Ver­for­mungs­mes­sung doku­men­tie­ren die Qua­li­tät der Bau­aus­füh­rung. Ziel der Mes­sung ist es letzt­lich, die Aus­füh­rungs­qua­li­tät zu sichern und durch Rohr­ver­for­mun­gen aus­ge­lö­ste Aus­wir­kun­gen wie vor­zei­ti­ge Alte­rung der Roh­re sowie Fol­ge­schä­den (z.B. Ris­se, Rohr­brü­che, Quer­schnitts­re­du­zie­run­gen und die Redu­zie­rung der hydrau­li­schen Lei­stungs­fä­hig­keit) zu ver­mei­den.

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