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Schacht­un­ter­teil DIN V 4034–1 – Typ 2 – SU – M als Druck­lei­tungs­aus­lauf

End­schacht für Druck­lei­tun­gen

ent­spre­chend ATV-DVWK-A 157

Am Ende von Druck­lei­tun­gen sind die Schäch­te unbe­dingt wie unten aus­zu­füh­ren. Sonst ent­steht bio­ge­ne Schwe­fel­säu­re. Die­se zer­frist den Schacht inklu­siv Schacht­ab­deckung und das Abwas­ser ist auf­wen­di­ger zu rei­ni­gen. Detail habe ich Ihnen unten auf­ge­führt.

Druckleitunsauslauf
Aus­füh­rungs­bei­spiel

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ATV-DVWK-A 157 Bau­wer­ke der Kana­li­sa­ti­on, 1100

Beson­ders zu beach­ten ist die Be- und Ent­lüf­tung. Wir emp­feh­len die Ent­lüf­tung mit­tels eines wind­ge­trie­be­nen Ven­ti­la­tor. Die­ser soll­te höher sein wie die Belüf­tung. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Ven­ti­la­tor

Eine Aus­klei­dung ist bei die­ser Aus­füh­rung nicht erforderlich.Technische Ände­run­gen vor­be­hal­ten.

Kor­ro­si­ons­pro­ble­me in Kanä­len

Ventilator windgetriebenwind­ge­trie­be­ner Ven­ti­la­tor

Schlech­te Gerü­che aus dem Kanal !

Die Ursa­chen und wie Abhil­fe geschaf­fen wer­den kann.

Immer wie­der kommt es vor, das Emis­sio­nen aus der Kana­li­sa­ti­on zur Geruchs­be­lä­sti­gung der Anwoh­ner führt. Die Beschwer­den aus der Bevöl­ke­rung kön­nen dabei recht hef­tig aus­fal­len, je nach­dem wie lan­ge oder wie stark die Geruchs­be­lä­sti­gung auf­tritt.

In die­ser Zusam­men­fas­sung soll erklärt wer­den, wie sol­che Emis­sio­nen zustan­de kom­men, und wie der Betrei­ber sol­cher Anla­gen sie ver­mei­den kann. Woher kom­men üble Gerü­che?

Geruchs­pro­ble­me sind ein Anzei­chen für eine che­mi­sche Reak­ti­on. Spe­zi­ell die Ent­ste­hung von Schwe­fel­was­ser­stoff (H2S) ist die am wei­te­sten ver­brei­te­te Pro­ble­ma­tik. Ver­ur­sacht wer­den Schwe­fel­was­ser­stoff­emis­sio­nen im Kanal durch:

  • - die bio­ge­ne Schwe­fel­was­ser­stoff­pro­duk­ti­on. Die­se fin­det in der Kana­li­sa­ti­on durch Anwe­sen­heit von Sul­fi­den im Abwas­ser und Abwe­sen­heit von Sauer­stoff statt.

  • - Ein­lei­tung in die öffent­li­che Kana­li­sa­ti­on. Dies kann durch Gewer­be­be­trie­be oder durch häus­li­ches Abwas­ser gesche­hen, wel­ches in Sam­mel­gru­ben zwi­schen­ge­spei­chert wur­de oder in Fett­ab­schei­dern oder Hebe­an­la­gen zu lan­ge ver­weilt.

  • - Wie ent­steht Schwe­fel­was­ser­stoff im Kanal? Die Geruchs­be­lä­sti­gung wird maß­geb­lich von den Inhalts­stof­fen des Abwas­sers bestimmt.

Die wich­tig­sten Inhalts­stof­fe sind:

  • • Sauer­stoff und Nitrat
  • • Orga­ni­sches Mate­ri­al
  • • Schwe­fel / Sul­fid

Die Schwe­fel­was­ser­stoff­pro­duk­ti­on setzt erst bei anae­ro­bem Abwas­ser ein. Die mög­li­che Schwe­fel­was­ser­stoff­men­ge ist u. a. von der Schwe­fel­men­ge im Abwas­ser abhän­gig. Je mehr Schwe­fel ins Abwas­ser ein­ge­lei­tet wird und somit im Abwas­ser vor­han­den ist, desto grö­ßer ist das Poten­ti­al für die Geruchs­emis­si­on. Der Schwe­fel stammt aus dem Trink­was­ser (50 -150 mg), Harn und Fäka­li­en, Lebens­mit­teln und Wasch­mit­teln. Papier-, Erd­öl und Lebens­mit­tel­in­du­strie kön­nen die Men­ge erheb­lich erhö­hen.

Die H2S-Bil­dung voll­zieht sich vor allem in der soge­nann­ten Siel­haut, einem Bak­te­ri­en­film wel­cher sich im Kanal bil­den kann. In ihr besteht eine anae­ro­be Zone, in der Sul­fat zu Sul­fid redu­ziert wird.

Durch höhe­re Abwas­ser­tem­pe­ra­tu­ren kommt es zu einem schnel­le­ren Stoff­um­satz der orga­ni­schen Mas­se und somit über die schnel­le­re Oxi­da­ti­on letzt­end­lich zur beschleu­nig­ten Bil­dung von Geruchs­stof­fen. Eine Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung um 10 °C bewirkt eine Ver­dop­pe­lung Bak­te­ri­en­ak­ti­vi­tät. Zudem kann sich in wär­me­rem Was­ser weni­ger Sauer­stoff lösen.

In Abhän­gig­keit vom pH-Wert und von der Tem­pe­ra­tur stellt sich ein Gleich­ge­wicht zwi­schen Schwe­fel­was­ser­stoff , Hydro­gen­sul­fid und Sul­fid ein. Je höher der pH-Wert ist, desto mehr liegt das Gleich­ge­wicht auf der Sei­te des Hydro­gen­sul­fids und Sul­fids und desto gerin­ger ist die Pro­duk­ti­on von H2S. Ab einem pH-Wert von ca. 9,5 wird effek­tiv kein H2S mehr gebil­det. Das Aus­ga­sen von H2S wird also durch einen hohen pH-Wert unter­drückt. Auch wird durch den hohen pH-Wert das Ammo­ni­um (NH4) nicht zum NH3 (Ammo­ni­ak) wei­ter­ge­bil­det.

Ursa­che: Kana­li­sa­ti­on

Wei­te Fließ­strecken und lan­ge Fließ­zei­ten tra­gen dazu bei das das Abwas­ser bereits im Kanal beginnt zu fau­len weil alles Sauer­stoff bereits durch mikro­bi­el­le Akti­vi­tä­ten auf­ge­zehrt wur­de.

Beson­ders betrof­fen sind Kanal­sy­ste­me mit gro­ßem Ein­zugs­ge­biet (Bal­lungs­ge­bie­te) und zen­tra­ler Klär­an­la­ge und/oder Mini­mal­ge­fäl­len im Kanal. Bei gerin­gen Fließ­ge­schwin­dig­kei­ten ( 0,5 m/s) durch z.B. Mini­mal­ge­fäl­len oder ungün­sti­gen Kanal­quer­schnit­ten bil­den sich Abla­ge­run­gen wel­che ihrer­seits Fau­len. Über­di­men­sio­nier­te Kanä­le in Ver­bin­dung mit ungün­sti­gem Kanal­quer­schnitt ver­lang­sa­men die Fließ­ge­schwin­dig­keit wei­ter.

Ursa­che: Pump­wer­ke und Druck­rohr­lei­tun­gen

Ein Pro­blem bei den Pump­wer­ken und Druck­rohr­lei­tun­gen sind die unter­schied­li­chen Tages- und Nacht­ab­was­ser­men­gen, und die dar­aus resul­tie­ren­den lan­gen nächt­li­chen Abwas­ser­ver­weil­zei­ten in Pump­werk und Druck­rohr­lei­tung. Nach dem ersten Anfah­ren am Mor­gen wird das ange­faul­te anae­ro­be Abwas­ser aus Pump­werk und Druck­rohr­lei­tung wei­ter­trans­por­tiert. Bei der ersten Tur­bu­lenz oder Ent­span­nung gast das H2S aus und es kommt zur Geruchs­emis­si­on. Ist das Abwas­ser aerob, so sind Tur­bu­len­zen erwünscht, da sie Sauer­stoff ein­tra­gen, jedoch bei anae­ro­bem Abwas­ser ist die Tur­bu­lenz uner­wünscht, da H2S aus­gast.

Ursa­che: Druck­rohr­aus­läu­fe

In Druck­lei­tun­gen ent­ste­hen anae­ro­bes Abwas­ser. Daher ist der Druck­lei­tungs­aus­lauf mit einem Was­ser­pol­ster zu ver­schlie­ßen, dass kein Sauer­stoff in die Lei­tung ein­drin­gen kann.

Wei­te­re Ursa­chen

Der Rück­gang des Was­ser­ver­brauchs bei gleich­blei­ben­der Schmutz­fracht. Für die Misch­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on spielt auch die zuneh­men­de Ver­sicke­rung von Regen­was­ser eine erheb­li­che Rol­le. Sie redu­ziert die Spül­wir­kung von Regen­fäl­len auf die Kana­li­sa­ti­on.

Lite­ra­tur:

Beton- und Stahl­be­ton­roh­re „Kor­ro­si­ons­pro­ble­me und deren Ver­mei­dung“, Dipl. – Ing. Gert Bel­ling­hau­sen, Sankt Augu­stin, Zeit­schrift awt – Abwas­ser­tech­nik 6/1992

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